Setzen Sie dem Erbschleicher frühzeitig ein Ende

Ein vermögender Witwer hat am gestrigen Tage ein handschriftliches Testament errichtet, wonach seine neue, wesentlich jüngere Freundin „alles erben“ soll. Die leiblichen Kinder des Erblassers würden demzufolge auf ihren Pflichtteilsanspruch begrenzt. Am heutigen Tage verstirbt der Witwer. Stellt sich später heraus, dass der Erblasser unzurechnungsfähig gewesen ist, müssten ggfs. die rechtmäßigen Erben, die leiblichen Erblasserkinder, nicht nur einen Prozess anstrengen, sondern tragen das Risiko, dass die „jüngere“ Erbin, selbst im Fall des Obsiegens vor dem zuständigen Gericht, die titulierte Forderung nicht erfüllt bzw. erfüllen kann.

Einen 100%igen Schutz für den Erblasser gibt es nicht. Jedoch kann er frühzeitig in einer Vorsorgevollmacht Erklärungen aufnehmen, unter welchen Umständen er (spätere) Verfügungen für unwirksam erklären möchte. Gleichsam ist es sinnvoll, die letztwillige Verfügung, das Testament, ausdrücklich zu erwähnen, welches gelten soll und zu klären, was mit einem etwaigen, späteren Widerruf des Testaments passieren soll. Auch diese Erklärungen in der Vorsorgevollmacht bieten keinen vollständigen Schutz, sie sind jedoch als sehr sinnvoll zu betrachten, wenn Sie künftig Erbschleicherversuche von Personen befürchten, welche außerhalb des Familienverbandes stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Klaus Hackenbroich

 

zu den BLOGs zum  Kontakt