Ihr letzter Wille


Was passiert nach dem Tode mit Ihrem Vermögen?

So richtig möchte man sich nicht mit der Frage des Todes auseinandersetzen. Zahlreiche Gesetze (u.a. das Strafgesetzbuch (StGB), das Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (TPG)) beschäftigen sich mit dem Tod des Menschen.

Das wichtigste Gesetz, welches sich damit beschäftigt, was mit Ihrem Vermögen passiert, wenn Sie versterben, ist das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Dieses Gesetz „beginnt“ mit der Geburt, nämlich mit dem Beginn der Rechtsfähigkeit und „endet“ mit dem Tod, mit dem Erbrecht. Dieses Gesetz, welches bereits im Jahr 1900 in Kraft getreten ist, bestimmt daher, was mit Ihrem Vermögen passiert. Ihr Vermögen geht auf eine oder mehrere Personen, den oder die Erben, über. Liegt kein Testament vor, gilt das gesetzliche Erbrecht. Erben mehrere Personen, so bilden sie eine Erbengemeinschaft und können nur gemeinsam über die Gegenstände der Erbschaft verfügen. Die gesetzliche Erbfolge richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad. Auch der Ehegatte ist gesetzlicher Erbe. Entgegen der Annahme von einigen Personen erbt z.B. nicht der Ehegatte alles, sondern im Rahmen des gesetzlichen Güterstandes die Kinder und der Ehepartner gemeinsam. Selbst wenn keine Kinder vorhanden sind, erben die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, also Geschwister oder Neffen oder Nichten neben dem Ehepartner. Im „Normalfall“, wenn die Ehegatten keinen Ehevertrag geschlossen haben, erbt der Ehepartner immer die Hälfte und erben die Kinder zusammen die andere Hälfte des Nachlasses. Haben die Eheleute keine Kinder, erbt der Ehepartner ¾ des Nachlasses, das andere ¼ erhalten entweder die Eltern oder die Geschwister oder Neffen oder Nichten des Erblassers.

Ihre Nachlassplanung ist wichtig

Nachlassplanung kann erfolgen durch Testament, Erbvertrag oder vorweggenommene Erbfolge. Die vorweggenommene Erbfolge sind Vermögensübertragungen unter Lebenden mit Rücksicht auf die künftige Erbfolge.

Der Übernehmer soll demnach nach dem Willen der Beteiligten eine wenigstens teilweise unentgeltliche Zuwendung erhalten und dazu müssen in Verträgen entsprechende Regelungen getroffen werden. In meiner weiteren, kurzen Broschüre „Überlassung von Grundbesitz“ finden Sie weitere, hilfreiche Informationen.

Ein Testament erspart viel Ärger: eine klare und eindeutige Erbregelung wird von den Erben in der Regel akzeptiert und verhindert teure und langwierige Erbschaftsstreitigkeiten. Im Testament kann der Ehegatte zum Alleinerben eingesetzt werden, Pflichtteilsansprüche sind aber zu beachten. Mit Testament und Erbvertrag kann der Erblasser genaue Anordnungen geben, etwa Vermögensgegenstände bestimmten Personen zuordnen.

Ein notarielles Testament spart den kostenverursachenden Erbschein. Der Zugriff auf Konten (hier empfiehlt es sich, mit Ihrer Bank oder Sparkasse entsprechende Möglichkeiten, z.B. Kontovollmacht zu Lebzeiten und/oder über Ihren Tod hinaus zu erörtern) und Immobilien ist grds. nur möglich, wenn ein Erbschein vorliegt. Dieser wird vom Gericht erteilt und kann erhebliche Kosten verursachen. Ferner ist die Erteilung zeitintensiv. All dies erspart ein notarielles Testament. Der Zugriff ist sofort möglich, keine langwierigen Verfahren.

Bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften sind Testament und Erbvertrag wichtige Sicherungsmittel des Lebenspartners. Dieser ist sonst völlig ungesichert. Mit Testament, Erbvertrag und vorweggenommener Erbfolge kann man im Rahmen der Nachfolgeplanung erheblich Steuern sparen.

Das Testament Die Erbschaftssteuer