Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV)

Am 1. Mai ist die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten. Welche Neuerungen gibt es?

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Energieeinsparung bei Gebäuden

Die Energieeinsparung ist insbesondere in der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG) geregelt. Nach der EnEV  bestehen Nachrüstpflichten bei sogenannten Bestandsgebäuden und eine Aushändigungspflicht des Energieausweises bzw. dessen Kopie. Das EEWärmeG regelt insbesondere die Mindestnutzung von erneuerbaren Energien bei Neubauten.

Im Folgenden werde Ihnen ich daher betreffend der beiden Gebäudetypen (Bestandsgebäude/Neubau)  die notwendigen Bestimmungen kurz erläutern.

Bestandsgebäude

Vor dem Kaufvertrag = Vorlagepflicht

Der Verkäufer hat dem potentiellen Käufer bereits bei der Besichtigung einen Energieausweis oder eine Kopie hiervon vorzulegen. Sofern eine ohnehin sinnvolle Besichtigung des Gebäudes nicht erfolgt, hängt der Zeitpunkt der Vorlageverpflichtung vom Verlangen des Kaufinteressenten ab, nicht jedoch die Verpflichtung dem Grunde nach, d.h. der Käufer kann hierauf nicht verzichten. Die Vorlage kann auch durch einen Aushang erfolgen, etwa wenn viele Besichtigungen erfolgen.

Nach dem Vertragsabschluß = Übergabepflicht

Unverzüglich, d.h. ohne schuldhaftes Zögern ist der Energieausweis im Original oder in Kopie von dem Verkäufer an den Käufer zu übergeben. Sofern es sich um einen älteren Ausweis handelt (bis zur EnEV 2009), sind auch die in dem Ausweis nicht enthaltenen Modernisierungsempfehlungen vorzulegen und zu übergeben.

Legt der Eigentümer den Energieausweis bei der Besichtigung nicht vor oder übergibt er ihn nicht unverzüglich nach Abschluß des Vertrages, so wird eine Ordnungswidrigkeit begangen, die mit einer Geldbuße bis zu € 15.000,- geahndet werden kann.

Gibt es Ausnahmen von diesen beiden Pflichten ?

Es gibt nur zwei Ausnahmen: wenn es sich um ein kleines Gebäude handelt, d.h. dieses nicht mehr als 50 m² Nutzfläche hat, oder wenn das Gebäude ein Baudenkmal ist. Bei allen übrigen Gebäuden sieht die EnEV keine Ausnahme vor.

Ist sonst noch grds. etwas zu beachten?

Bei Immobilienanzeigen, d.h. sowohl bei Verkaufs- als auch bei Vermietungsanzeigen sind die wesentlichen Daten aus dem Energieausweis zu erwähnen. Dies sind insbes. die Art des Ausweises (Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis), den im Ausweis genannten Endenergiebedarfs- oder Endenergieverbrauchswert, den Energieträger, das Gebäudebaujahr und Energieeffizienzklasse.

Bei einem Eigentumswechsel, auch bei Schenklungen an nahe Angehörige, sind alte Heizkessel grds. auszutauschen bzw. nach einer Nutzung von 30 Jahren. Ungedämmte Warmwasserleitungen sowie die oberste Geschossdecke bzw. das Dach sind ebenfalls zu dämmen.

Neubauten

Die Standards für Neubauten werden in zwei Schritten erhöht. Zunächst zum 01.01.2016 um ca. ¼ und ab 01.01.2021 soll es bei Neubauvorhaben nur noch Niedrigstenergiehäuser geben.

Die vorerwähnte Erhöhung zum 01.01.2016 um ¼  bedeutet, dass Neubauten, deren Bauantrag ab dem 01.01.2016 gestellt wird, ¼ weniger Primär-Energieverbrauch haben dürfen. Die Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle, der zulässige Wärmedurchgangskoeffizient, steigen um 20% (die technischen Vorgaben können der Anlage 1 zur EnEV entnommen werden).

Im Rahmen eines Bauträgervertrages kann daher ein Unterschied zwischen dem öffentlichem Recht und dem privatem Recht bestehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Klaus Hackenbroich

 

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