Das Testament


Das Testament ist eine einseitige Erklärung des Erblassers. Es ist nur gültig, wenn es der Erblassers selbst mit der Hand geschrieben und unterschrieben hat oder wenn es vor einem Notar beurkundet wurde.

Das Erbrecht bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Einzelheiten des Vermögensübergangs im Rahmen der Erbfolge zu regeln. Der Erblasser kann vorschreiben, wie der Nachlass unter den Erben aufgeteilt werden soll (Teilungsanordnung). So kann Streit vermieden werden. Wer nur bestimmte Gegenstände oder einen Geldbetrag erhalten soll, dem kann ein Vermächtnis zugewendet werden. Der Erblasser kann sein Vermögen zunächst bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der einen (Vorerbe) danach der anderen Person (Nacherbe) zuwenden. Zur Abwicklung des Nachlasses oder zur Verwaltung des Erbes kann der Erblasser einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Bei allen Regelungen sind die Pflichtteilsrechte zu berücksichtigen, denn der durch das BGB bestimmte Pflichtteilsberechtigte erhält grds. die Hälfte seines gesetzlichen Erbteils. Pflichtteilsberechtigt sind Kinder, Ehegatte und Eltern. Eine sachgerechte Gestaltung kann zur Reduzierung der Pflichtteilsansprüche führen.

Was spricht für die Beurkundung durch den Notar?

Der Notar ist Experte für Erbrecht und bietet eine ausführliche juristische Beratung, die neben der Beurkundungsgebühr keine gesonderten Kosten zur Folge hat. Zusammen mit einem Steuerberater sorgt der Notar auch für die im Hinblick auf die Erbschaftssteuer günstige Lösung unter Ausnutzung der gesetzlichen Steuerfreibeträge.

In vielen Fällen, z. B. beim Grundbuchamt oder Handelsregister, aber auch bei Behörden, Banken und Versicherungen erspart ein notarielles Testament später einen Erbschein, der vielfach genauso viel wie das notarielle Testament kostet.

Bei einem notariellen Testament kann der Vererber sicher sein, dass sich keine formalen Fehler einschleichen, wie sie ihm unterlaufen könnten, wenn er das Schriftstück alleine verfasst. Und er weiß, seine Urkunde ist und wird sicher verwahrt. Ein „Verschwinden“ dieser Urkunde ist ausgeschlossen, denn der Notar, das Zentrale Testamentsregister (dort wird Ihr Testament registriert) und das Amtsgericht (dort wird die Urschrift Ihres Testaments verwahrt) bieten Gewähr dafür, dass Ihr letzter Wille nicht nur sicher aufbewahrt, sondern im Falle Ihres Todes unmittelbar den von Ihnen eingesetzten Personen eröffnet wird. Diese Testamentseröffnung dient der Kundgabe des Inhalts des Testaments an sämtliche, von Ihnen bestimmten  Beteiligten. Sofern der Erblasser ein oder mehrere Testamente hinterlassen hat, wird der Inhalt dieser Schriftstücke den Beteiligten durch das Nachlassgericht zur Kenntnis gebracht. Zwar muss ohnehin jeder, der nach Ihrem Tode Ihr Testament in Besitz hat, dieses dem Gericht übermitteln. Erfolgt dies nicht, setzt sich diese Person der Gefahr der Strafverfolgung und Schadenersatzansprüchen aus. Auszuschließen, ist diese Gefahr jedoch nicht.

Erbvertrag und gemeinschaftliches Testament

Häufig wünschen Ehepartner oder der Erblasser und die Kinder eine gegenseitige Bindung. Ehepartner können ein gemeinschaftliches Testament errichten und sich in bestimmter Hinsicht binden. Ein Erbvertrag bindet den Erblasser gegenüber dem Vertragspartner. Die Bindung hat zur Folge, dass, anders als bei einem einfachen Testament, eine Aufhebung nicht ohne weiteres möglich ist. Auch hier sind vielfältige und unterschiedliche Gestaltungen möglich.

Erbschaft im Ausland

Besonders schwierig sind Erbfälle mit Auslandsberührung, wenn entweder der Erblasser Ausländer oder Vermögen im Ausland vorhanden ist. Denn dann kann sich das Erbrecht nach ausländischem Recht richten. Hier ist besondere Gestaltung erforderlich. Der Notar berät sie gerne über die notwendigen Maßnahmen. Wird der Auslandsbezug bei der Erbregelung nicht erkannt oder falsch behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Ihr Testament ist keine Altersfrage

Schon jung verheiratete Eheleute sollten rechtzeitig ein Testament errichten. Ein plötzlicher Tod eines Partners bei Ehegatten ohne Kinder führt zur Miterbenstellung der Familienangehörigen wie Eltern oder Geschwister des Verstorbenen. Bei minderjährigen Kindern kann es Abwicklungsschwierigkeiten geben, da das Familiengericht eingeschaltet werden muss. Bereits bei Eheschließung sollte ein Testament errichtet werden, das häufig kostengünstig ist, da das Vermögen noch klein ist. Spätestens beim Hauskauf ist in Betracht zu ziehen, dass ein Testament errichtet werden kann, wenn der Ehepartner und die Kinder rechtssicher und wirtschaftlich versorgt werden sollen.

Regelmäßige Überprüfung der Testamentsgestaltung

Testamente sind nicht für die Ewigkeit. Im Laufe der Zeit können sich die wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse grundlegend ändern: Das Testament muss angepasst werden. Die Familienverhältnisse, die wirtschaftliche Situation verändern sich. Testamente können veralten. Testamente und sonstige letztwillige Verfügungen sollten daher in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Holen sich bei ihrem Notar sachkundigen Rat ein.

 

Ihr letzter Wille Die Erbschaftssteuer